Friedenslicht aus Bethlehem 2010

Bei einem ökumenischen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom ist das "Friedenslicht aus Bethlehem" empfangen worden. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, Landesbischof Johannes Friedrich, und der Erzpriester Apostolos Malamoussis vom griechisch-orthodoxen Bischöflichen Vikariat in Bayern nahmen zusammen mit den Kuraten der Pfadfinderverbände das Licht entgegen, das in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet wurde.

Zu dem Gottesdienst kamen mehr als 2500 Vertreter der Pfadfinderverbände und aus den katholischen Pfarreien des Erzbistums sowie den Kirchengemeinden des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises München und Oberbayern. Während des Gottesdienstes wurde ihnen das Licht übergeben, das sie in ihre Gemeinden bringen. In den Kirchen wird es bis zum 24. Dezember gehütet und den Besuchern der Christmette als Zeichen weihnachtlichen Friedens nach Hause mitgegeben.

Bei seiner Ansprache erinnerte Kardinal Marx an den Unfrieden im Heiligen Land aber auch unter den Menschen hierzulande. "Das Licht ist nicht nur Symbol, sondern auch eine Verpflichtung, die eigenen Ängste zu und Verkrampfungen zu lösen und den Frieden in die Gesellschaft hineinzutragen", rief Marx den Besuchern des Gottesdienstes zu. Dazu müsse jeder einzelne das Licht des Friedens auch innerlich annehmen. Nur dann könne die Weihnachtsbotschaft des Friedens unter den Menschen Wirklichkeit werden.

Die christlichen Pfadfinderverbände haben zu der Aktion aufgerufen, die in diesem Jahr unter dem Motto "Licht bringt Frieden" stand. Nachdem Kinder aus Österreich die Flamme in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet haben, wurde das Licht zunächst nach Wien gebracht. Von dort aus haben es Pfadfinder in Städte und Gemeinden in ganz Europa verteilt. Dort wird es an Pfarreien, Krankenhäuser und Altenheime und bei persönlichen Besuchen an allein lebende Menschen verteilt. Es soll nach dem Wunsch der Pfadfinder zu „allen Menschen guten Willens kommen“.

Die Aktion entstand 1986 in Oberösterreich und wird von den christlichen Pfadfinderverbänden getragen. Inzwischen haben sich mehrere europäische Länder angeschlossen. Auf steigendes Interesse stößt die Aktion besonders in Deutschland, Tschechien, Italien und der Schweiz. Mit dem Zug wird das Licht von Wien aus in 30 deutsche Städte gebracht. Nach eigenem Bekunden leisten Pfadfinderinnen und Pfadfinder in ihren Verbänden aktive Friedensarbeit. Sie suchten den Dialog und die Auseinandersetzung mit Menschen anderer Überzeugungen. Dabei sei es wichtig, sich immer wieder die eigene christliche Identität bewusst zu machen.

Die Aktion „Friedenslicht aus Bethlehem“ wird in Bayern von den rund 40.000 Mitglieder zählenden Pfadfinderverbänden getragen. Allein in der katholischen Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg sind in Bayern 19.000 Jugendliche organisiert, im Erzbistum München und Freising etwa 4.000. (tu)