Interreligiöse Arbeit

Das Erzbischöfliche Jugendamt hat Räume und Lernfelder im Bereich der Begegnung und des Dialogs junger Christen mit anderen Religionen eröffnet, um sie bei der Pluralisierung der Lebenswelten in ihrer Identitätsentwicklung und Lebensgestaltung zu begleiten und zu stärken.

„Jugendarbeit der Kirche – Jugendarbeit der Christen – stellt sich darauf ein, dass sie Räume und Lernfelder zu schaffen versucht, in denen junge Menschen, junge Christen Leben zu erfahren, zu verstehen und zu gestalten lernen….“ – so steht es im Würzburger Synodenbeschluss von 1975.

Christliche Jugendliche erleben, dass nicht mehr alle Mitschüler/innen, Arbeits- oder Studienkolleg/innen katholisch, überhaupt gläubig sind. Sie erleben in Internet und Medien, dass viele Krisenherde religiöse Ursprünge haben. Sie erleben, dass Glaube einerseits in den persönlichen Bereich gerutscht, andererseits medial stärker in den Fokus geraten ist. Sie erleben Diskussion über Antisemitismus, Diskriminierung und die drohende Islamisierung. Sie sind flexibel und weltoffen, machen Auslandspraktika und große Reisen.

(Religiöse) Identitätsentwicklung ist ein Prozess, der immer in der Auseinandersetzung mit „dem Anderen“ stattfindet. Die Begegnung mit anderen Religionen ist daher die Chance, die eigene Religion neu kennen zu lernen: beim Vergleichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede  entdecken, erfahren, was es heißt, überhaupt zu glauben, wird die religiöse Identität ausgebildet und spirituelles Wachsen ermöglicht. Die Offenheit und Experimentierfreude, die jungen Menschen zu Eigen ist, kann Jugendpastoral mit ihren Angeboten nutzen.

Neben der Beheimatung im jeweils eigenen Glauben entsteht bei der Auseinandersetzung in den Bildungs- und Begegnungsprogrammen mit anderen Religionen interreligiöse Dialog- und Urteilskompetenz. Damit wird Verständnis und Neugier geweckt, die Differenzierung von Tatsachen ermöglicht, Islamphobie, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit verhindert.

Die Auseinandersetzung mit anderen Religionen ist eine Voraussetzung für Frieden und Verständigung auf unserer Welt, die auch Jugendlichen ein großes Anliegen ist und zu der sie in der Begegnung mit anderen Religionen ihren Teil beitragen können.

Ausführliche Beispiele aus der kirchlichen Jugendarbeit zur Inspiration, zum Nachahmen oder Kooperieren sind auf den folgenden Seiten zu finden.