
Der Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Prälat Prof. Dr. Dr. Peter Beer, hat mit der Versammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) München und Freising am 16. Oktober 2011 die Veränderungsprozesse im Erzbistum diskutiert. Kritikpunkt der Jugendvertreter war insbesondere die Ausgliederung der Jugendhäuser Josefstal und St. Anna/Thalhausen aus dem Erzbischöflichen Jugendamt. Die Kommunikation und Beteiligung bei sie betreffenden Entscheidungen wurde ebenfalls bemängelt. Beer warb für Verständnis für die Umstrukturierungsprozesse: „Bei der Umstrukturierung geht es um die Verbesserung der Transparenz für „Kunden“ und Mitarbeiter. Wir brauchen auch Klarheit bei den Strukturen, damit das Sachprinzip gilt und die Vernetzung und Kommunikation der Stellen untereinander verbessert wird.“ Am Vortag hatte die Diözesanversammlung einstimmig in einer Stellungnahme gefordert, den bisherigen Status der Jugendhäuser zu erhalten, um die Qualität ihrer Arbeit beibehalten zu können. Es ist geplant, die Jugendhäuser aus dem Erzbischöflichen Jugendamt herauszunehmen und mit den diözesanen Bildungs- und Exerzitienhäusern in das neue Ressort Bildung einzugliedern.
Generalvikar Beer erklärte, die Absicht dahinter sei die Verbesserung der Kooperation und Koordination. „Diese Idee zieht sich im Übrigen durch den ganzen Umstrukturierungsprozess in der Erzdiözese“, so Beer weiter. Die Jugendlichen äußerten ihren Unmut und die daraus entstehende Frustration, wenn Entscheidungen ohne Einbeziehung der Beteiligten getroffen werden. „Beim BDKJ pflegen wir eine offene Diskussions- und Beteiligungskultur. Auf dieser Basis bilden wir uns ein Urteil. Das hätten wir uns auch bei den Prozessen in unserer Erzdiözese gewünscht“, so Alois Obermaier, BDKJ-Diözesanvorsitzender. Dass Entscheidungen im Ordinariat nicht demokratisch getroffen werden, sei nachvollziehbar. „Aber wenn Antworten gegeben werden, dann sollte die zugesagte Transparenz in der Kommunikation auch eingehalten werden“, so Obermaier. Generalvikar Beer entschuldigte sich für die mangelnde Kommunikation: „Bei der Fülle der Verantwortung und der zu treffenden Entscheidungen kann schon mal etwas auf der Strecke bleiben.“
Am Nachmittag positionierte sich die Diözesanversammlung nach kontroverser Diskussion klar gegen den Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen. Der BDKJ-Diözesanverband wird deshalb dem Aktionsbündnis „aufgeMUCkt“ beitreten, das sich gegen dieses Bauprojekt engagiert.
Nach dem Rechenschaftsbericht des Diözesanvorstandes wählte die BDKJ-Versammlung einen neuen Diözesanausschuss (DA). Das Gremium ist die ständige Vertretung der Versammlung und überwacht und berät die Arbeit des Diözesanvorstandes. Der neue DA besteht nun aus den wiedergewählten Stefanie Brose, Christian Agi und Christoph Reith. Neu gewählt wurden Monika Godfroy aus Dachau und Bernhard Hübner aus Rosenheim. Im Rahmen eines Festabends wurde die ehemalige Diözesanvorsitzende Gerlinde Berger verabschiedet. Rainer Eder und Wolfgang Kirmair wurden für ihr langjähriges Engagement im BDKJ-Diözesanverband mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.
Im inhaltlichen Teil ging es um die förderpolitische Kampagne "Wir sind unbezahlbar. Einen Bericht dazu und Bilder findet ihr hier.
Zum Beschluss "Jugend braucht Jugendhäuser"
Zum Beschluss "Gegen die dritte Startbahn"
Zum Beschluss "Erarbeitung eines Verhaltenskodex"
Die Diözesanversammlung ist das oberste beschlussfassende Organ des Diözesanverbandes. Ihr obliegen die grundlegenden Entscheidungen über die Aufgaben des Diözesanverbandes.