Positives Fazit für den Bereich Schule

Innovative, professionelle und bewährte Projekte im Erzbischöflichen Jugendamt

Das Schuljahr 2010/11 ist zu Ende, die Noten sind gemacht und die Kinder und Jugendlichen warten auf den letzten Gong, um in die verdienten Ferien zu gehen. Die Arbeit an und mit Schulen im Erzbischöflichen Jugendamt (EJA) stellt sich zu dieser Zeit ebenfalls ein Zeugnis aus - und kein schlechtes: in den Jugendstellen, offenen Einrichtungen und Fachreferaten wurden zum Teil innovative, zum Teil bewährte Projekte durchgeführt.

Das Fachreferat Jugend und Schule hat im vergangenen Jahr 45 "Tage der Orientierung" (TdO) mit Schulklassen aus der gesamten Erzdiözese veranstaltet. Die Nachfrage nach diesen Angeboten steigt ständig, und zeigt deutlich, wie wertvoll es ist, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg ins Erwachsenenalter auch spirituell zu begleiten.

Das Projekt KISKO, ein Konfliktseminar mit Schulklassen war 16 Mal zu Gast an Schulen, 67 Anträge von Jugendstelle und Religionslehrern wurden für Orientierungstage mit Hauptschulen gestellt. Außerdem unterstützte das Referat zahlreiche gezielte Projekte in den Außenstellen des Erzbischöflichen Jugendamtes.

Die offenen Einrichtungen und die katholischen Jugendstellen sind weitere Säulen der Arbeit mit und an Schulen. Die Kooperationen mit Schulen sind vielfältig und erreichen Jugendliche an den unterschiedlichsten Schularten und -typen. Neben den hier beschriebenen spezifischen Angeboten, die oft an den Schulen selbst stattfinden, stehen allen Jugendlichen die mehrmals wöchentlich stattfindenden „Offenen Treffs“ im Jugendhaus Schwabing, Jugendzentrum Neuperlach, Jugendzentrum Haar, dem Schüler/innentreff Café Klatsch in Pasing sowie von Perspektive3 zur Verfügung.


Angebot: Offene und gebundene Ganztagesschule

Was ist das überhaupt und wie funktioniert dieses Angebot? Zunächst gilt, dass der flächendeckende und bedarfsgerechte Ausbau von Ganztagsangeboten in allen Schularten ein vorrangiges Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist. Unter Ganztagesschulen werden dabei Schulen verstanden, bei denen über den Vormittagsunterricht hinaus an mindestens vier Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt wird, das täglich mehr als sieben Zeitstunden umfasst, bei dem die Schüler/innen an allen Tagen des Ganztagsbetriebs ein Mittagessen bekommen und bei dem nachmittägliche Angebote organisiert und durchgeführt werden. Je nach Ausprägung gibt es die „Offene Ganztagesschule OGTS“ und die „Gebundene Ganztagesschule“ GGTS. Die Organisation und Durchführung des Ganztagesbetriebs erfolgt durch Zusammenarbeit der Schulen mit verschiedenen Trägern der Jugendhilfe. So ist das Erzbischöfliche Jugendamt München und Freising für die offene und gebundene Form der Ganztagesschule von derzeit insgesamt vier Münchner Schulen zuständig.

Offene Ganztagesschule OGTS

Die offene Ganztagsschule als ein freiwilliges schulisches Angebot der ganztägigen Förderung und Betreuung von Schülern ist für die Jahrgangsstufen 5 bis 10 gedacht. Nach dem Unterricht, der zumeist vormittags stattfindet, nehmen Schülerinnen und Schüler, deren Eltern das verbindlich für das ganze Schuljahr wünschen, daran teil.

Bereits seit 1993 bietet das Jugendhaus Schwabing Nachmittagsbetreuung, heute offene Ganztagesschule (OGTS) an. Sie wird von den Hauptberuflichen des Jugendhauses zusammen mit einem Team aus Honorarkräften umgesetzt. Nach bisher einer Schüler/innengruppe wird es ab dem Schuljahr 2010/2011 voraussichtlich zwei OGTS-Gruppen der Jahrgangsstufen 5 bis 9 aus der Hauptschule Simmernstraße geben. Das Angebot umfasst Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung. Individuelle Förderung einzelner Schüler/innen wird durch die Honorarkräfte sichergestellt.

Auch das Jugendzentrum Neuperlach stellt sehr erfolgreich ein für Kinder, Jugendliche und Eltern zuverlässiges Betreuungsangebot in der Zeit nach dem Ende der Schule bis zum Nachmittag mit fester Anmeldung zur Verfügung. Zusammengearbeitet wird dabei sowohl mit der Volksschule Gerhart-Hauptmann-Ring als auch mit der Volksschule Albert-Schweizer-Straße in Neuperlach. Das Kirchliche Jugendzentrum Neuperlach ist der einzige Anbieter der OGTS im Stadtteil. Auch hier gibt es im Rahmen der OGTS Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung. Elternarbeit und gemeinsame Aktivitäten, auch in den Schulferien, runden das Angebot ab.

Das Schüler/innentreff Café Klatsch ist seit 2006 für die OGTS der 5. bis 8. Klasse an der Hauptschule Peslmüllerstraße in Pasing zuständig. Neben Mittagstisch und Betreuung (Hausaufgabenhilfe, Elternarbeit) ist, wie bei den anderen beiden offenen Einrichtungen des EJA, die gemeinsame Freizeitgestaltung dazu, bei der die Entwicklung von Teamgeist, Respekt und die Vermittlung von Werten und Normen eine wichtige Rolle spielt. 

Gebundene Ganztagesschule GGTS

Im Gegensatz zur OGTS, wird die gebundene Ganztagesschule GGTS in einem festen Klassenverband organisiert, um eine stärkere individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. In GGTS-Klassen ist ein Aufenthalt in der Schule an mindestens vier Wochentagen bis grundsätzlich 16.00 Uhr für die Schüler verpflichtend.

An der Hauptschule Peslmüllerstraße in Pasing gibt es Klassen, die als „gebundene Ganztagesschule“ mit Unterstützung der Mitarbeiter/innen und Honorarkräfte des Café Klatsch geführt werden. Den Beginn machte vor zwei Jahren eine 5. Klasse, im Schuljahr 2010/2011 wurden diese Schüler/innen weiter betreut und eine neue 5. Klasse hinzugenommen, somit gab es im zu Ende gehenden Schuljahr bereits zwei Klassen in der GGTS. Im kommenden Schuljahr 2011/2012 wird es dem entsprechend drei GGTS-Klassen geben. Allen Schüler/innen der GGTS werden Mittagstisch, Hausaufgabenhilfe und gemeinsame Freizeitgestaltung geboten, die Klasse wird dabei von einem Sozialpädagogen sowie zwei Lehrerinnen betreut.


Angebot: PACOS

Im Projekt PACOS, das bei der Katholischen Jugendstelle Pasing liegt, geht es darum „Talente zu fördern und Horizonte zu eröffnen“. Im Projekt PACOS werden die soziale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen sowie eigenverantwortliches und ehrenamtliches Handeln gefördert. Zahlreiche Aktivitäten und vielfältige Kompetenzen rund um das Thema „Schule“ wurden im Projekt PACOS gebündelt. Dazu wurden die folgenden vier „Angebots-Bausteine“ entwickelt, die auf Anfrage von Schulen aller Schularten einzeln oder in Kombination umsetzbar sind.

1. NEULAND - Die neue Schule kennenlernen

Ein bunter Workshop-Tag für alle 5. Klassen. Auf spielerische Weise lernen die Kinder ihre neuen Mitschüler/innen, die neuen Lehrer/innen und den Alltag in ihrer neuen Schule kennen. Die Schüler/innen erhalten Starthilfe um zu einer guten Klassengemeinschaft zusammen zu wachsen. NEULAND ist ein maßgeschneiderter Workshop für den erfolgreichen Start ins Schuljahr.

2. MIKS - Miteinander Klasse sein

In dieser Reihe mit acht Workshops durch das gesamte Schuljahr motivieren wir die Klasse, sich mit Themen auseinander zu setzen, die sie gemeinsam beschäftigen. Die Schüler/innen  bekommen durch MIKS eine zusätzliche sozialpädagogische Begleitung. Mit spielerischen Methoden wird Schüler/innen geholfen, Gemeinsamkeiten zu erkennen, Vorurteile abzubauen und eigene Themen anzusprechen.

3. RELI live - Religionsunterricht lebendig gestalten

Bei RELI live werden kreative Themen-Workshops für den Religionsunterricht angeboten. Die Schüler/innen lernen kirchliche Jugendarbeit kennen und bekommen einen neuen Eindruck von Kirche.

4. Abschlussklasse - Schulabschluss in der Tasche - und jetzt?

Schulabgänger/innen erhalten in Themenworkshops für Abschlussklassen die Möglichkeit sich mit dem Abschied von der Schule zu beschäftigen und motivierende Pläne für ihre Zukunft zu schmieden. Die Schüler/innen erleben einen gelungenen Abschied mit dem Bewusstsein, gut für die Zukunft gerüstet zu sein.

Außerdem wird im Rahmen von PACOS angeboten:

  • Aus- und Weiterbildung von Tutor/innen
  • Aus- und Weiterbildung von Streitschlichter/innen
  • ein- oder mehrtägige Seminare und Fortbildungen
  • kollegiale Beratung für Lehrkräfte
  • Tage der Orientierung (TdO) mit Hauptschulklassen als Schullandheimaufenthalt oder an vier Vormittagen vor Ort in den Räumen einer nahe gelegenen Pfarrei.

Angebot: JADE

JADE (Jugendliche An die HanD nehmen und bEgleiten) ist ein Projekt zur vertieften Berufsorientierung und Berufsfindung der Kooperationspartner Agentur für Arbeit, Jobcenter-München, Referat für Bildung und Sport, Sozialreferat und Staatliches Schulamt in der Landeshauptstadt München. Dabei wird ein definierter, standardisierter und qualifizierter Ablauf der Berufsorientierung und Berufsfindung verbindlich für alle Schüler/innen in den 8. und 9. Klassen an den Hauptschulen durchgeführt.

Als vom Stadtjugendamt beauftragter Träger führt ein Sozialpädagoge des Schüler/innentreffs Café Klatsch seit 2006 JADE an der Hauptschule Peslmüllerstraße durch. Entsprechend dem JADE-Konzept liegt der Schwerpunkt für die Schüler/innen auf

  • Berufsfindung (Fähigkeiten- und Berufeparcours)
  • Begleitung der Schüler/innen zu Berufspraktika
  • Entwicklung von Bewerbungsstrategien (Telefontraining, Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Internetrecherche von geeigneten Ausbildungsstellen)
  • Bewerbungstraining sowie auf der individuellen Unterstützung und Beratung der Schüler/innen.

Angebot: Perspektive3 an Berufschulen

Durch Perspektive 3 werden wöchentlich drei offene Treffpunkte für junge Leute von 15 bis 26 Jahren angeboten, davon zweimal mit dem Perspektive3-Mobil – dem mobilen Café - direkt an den beiden Münchner Berufsschulen (Kolpingberufsschule und BBZ für Gastronomie und Brauwesen Simon Knoll Platz). Während des Cafébetriebs gibt es Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten durch die beiden Sozialpädagogen von Perspektive3. Daneben führt Perspektive3 verschiedene Projekte durch z.B. Vorbereitung auf die praktische Prüfung zum Koch/Köchin, Brauworkshop zur Vermittlung von berufskundlichen Kenntnissen zum Beruf Brauer sowie ein Beschäftigungsprojekt in enger Kooperation mit dem Erziehungshilfezentrum Adelgundenheim.


Weitere projektbezogene Zusammenarbeit

Haar
Im Schuljahr 2010/11 führte das Jugendzentrum Haar an der Mittelschule Haar mehr als zehn Projekte zu verschiedensten Themen durch. Außerdem veranstaltete das Jugendzentrum März 2011 erneut eine Bewerbungswoche für die M- Zweig-Klassen.

Schwabing
Zu den Projekten des Jugendhauses Schwabing in Zusammenarbeit mit der Hauptschule Simmerstraße zählte u.a. ein Fotoprojekt, Vorbereitungskurse für den M-Zweig und Tage der Orientierung (TdO) für einzelne Klassen. Im Angebot waren außerdem u.a. für alle umliegenden Schulen Workshoptage mit vielfältigen Aktivitäten.

Neuperlach
Das Gewaltpräventionsprojekt „colors of respect“, an dem das Jugendzentrum Neuperlach maßgeblich beteiligt ist, ist hier besonders zu erwähnen. Bereits 2003 bis 2007 ermutigte es Kinder und Jugendliche im Stadtteil, sich aktiv mit Aktionen, Musik und Kunst für Gewaltverzicht einzusetzen. Derzeit läuft ein Ideenwettbewerb gegen Diskriminierung und für ein respektvolles Miteinander in den Stadtteilen Ramersdorf und (Neu-)Perlach (Einsendeschluß 21. Oktober 2011). Gesucht sind dabei Ideen gesucht, die Menschen für ein friedliches Miteinander im Stadtteil sensibilisieren, mobilisieren und zusammenbringen. Die drei überzeugendsten Beiträge werden von einer Jury prämiert und gemeinsam mit der Projektgemeinschaft 2012 umgesetzt.