28. Internationale Jugendbegegnung

Datum: 28.07.2010

Rund 100 Jugendliche aus 23 Ländern werden vom 31. Juli bis 13. August 2010 im Rahmen der 28. Internationalen Jugendbegegnung (IJB) Dachau zu Gast im Jugendgästehaus Dachau sein. Sie setzen sich in dieser Zeit mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander, wollen das heutige Deutschland und junge Menschen aus verschiedenen Nationen kennen lernen.

Eine besonders große Nachfrage gibt es in diesem Jahr von Jugendlichen aus Osteuropa, Russland und der Ukraine, die die Geschichte ihrer Großeltern kennen lernen wollen sowie von Jugendlichen aus der Region Dachau. Auch eine Gruppe aus Israel wird an der Jugendbegegnung teilnehmen, die unter dem Motto „Erinnern-Begegnen-Verstehen-Zukunft gestalten“ steht. „Wir freuen uns, dass die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und heutigen Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung bei Jugendlichen weiter einen so hohen Stellenwert einnimmt“, so BDKJ-Diözesanvorsitzender Alois Obermaier.

Den Kern der IJB bilden mehrtägige Workshops, in denen die Teilnehmer einen Aspekt der NS-Zeit unter der Perspektive der Opfer näher durchleuchten. Besondere Schwerpunkte in diesem Jahr sind z.B. „Homosexualität im Nationalsozialismus und heute“, „Widerstand damals – Zivilcourage heute“, „Euthanasie“, „Kinder und Jugendliche als Opfer des Nationalsozialismus“, sowie „Fallstudien: Dachau, Treblinka, Auschwitz-Birkenau“. Ein rund 25-köpfiges Team plant und führt die Workshops nach dem Prinzip „von jungen Leuten für junge Leute“ durch. „Bei allen Themen ist uns wichtig, auch immer den Bezug zur heutigen Zeit herzustellen“, so Projektleiterin Agnes Becker. Besonders erfreulich sei, dass auch dieses Jahr wieder Überlebende des Holocaust kommen würden. „Bei den Gesprächen mit ihnen bekommt die Geschichte ein Gesicht und wird greifbarer“, erklärt Becker. Als Zeitzeugen stellen sich die Niederländerin Mirjam Ohringer, der Israli Abba Naor und der ehemalige Zwangsarbeiter Peter Perel der Diskussion. Auch Max Mannheimer, Walter Joelsen, Ernst Grube und Karl Rom werden an bestimmten Veranstaltungen teilnehmen.

Öffentliche Veranstaltungen der IJB sind der Ökumenische Gottesdienst am Sonntag, 1. August um 9:15 Uhr in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Der Gottesdienst eröffnet traditionell den Beginn der Arbeit der IJB. Wer am Internationalen Fest der Begegnung am 7.8.2010 ab 19:00 Uhr im Jugendgästehaus Dachau teilnimmt kann „die einzigartige Atmosphäre der Jugendbegegnung spüren“, so Alois Obermaier. Ein wichtiges alljährliches Element der Jugendbegegnung ist der Kontakt zu Zeitzeugen. Das Zeitzeugencafé findet am 8.8.2010 ab 15:00 Uhr im Jugendgästehaus Dachau statt. Beim öffentlichen Schnuppertag am 3.8.2010 ab 8.30 Uhr können Jugendliche und junge Erwachsene an Kurzworkshops, Zeitzeugengesprächen, Exkursionen, thematischen Stadtführungen und Kreativ-Aktionen teilnehmen. In diesem Jahr besteht auch die Möglichkeit, das Theaterstück „The Others“ zu besuchen, das von der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte in Kooperation mit der Evangelischen Versöhnungskirche Dachau veranstaltet wird. Die Träger der IJB, die 1983 ins Leben gerufen wurde, sind der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) München und Freising, die DGB-Jugend München, die Evangelische Jugend München, der Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V. sowie der Kreisjugendring Dachau.

 

Ansprechperson: Projektleiterin Agnes Becker, Tel. bis 30.7.2010 01520/4278733, ab 31.7.2010 (während der IJB) 08131/3229543. Weitere Infos auch unter www.jugendbegegnung-dachau.de.