Mit einem Festgottesdienst hat der Erzbischof der Erzdiözese München und Freising, Dr. Reinhard Marx, den Altar der Jugend- und Campuskirche „Vom Guten Hirten“ geweiht. „Der Altar ist in jeder Kirche der Mittel- und Zentrierungspunkt. Er steht für Jesus Christus“, sagte der Erzbischof.
Außerdem zeige er an, dass das Geheimnis Gottes in unsere Gegenwart hineinleuchte, dass Christus in unserer Gegenwart sei und die Brücke zu den Menschen schlage. Die Zentrierung auf Christus sei gerade jetzt wichtig „nach monatelangen heftigsten Auseinandersetzungen und Schuld der Kirche“, so Marx. Auch die Jugendarbeit solle jetzt vorbildlich sein. Der Erzbischof hat nach dem Weihegebet den Altar mit Weihwasser besprengt, mit Chrisam gesalbt und Weihrauch entzündet. Nach zweijähriger Umbauphase steht jetzt für die katholischen Jugendverbände, die Pfarrjugendgruppen und Firmlingsgruppen sowie den Schülern und Studierenden des Campus eine Kirche in München-Haidhausen mit moderner Licht- und Tontechnik zur Verfügung, die insbesondere auf die Wünsche junger Menschen ausgerichtet ist, erklärt Diözesanjugendpfarrer Klaus Hofstetter. „Wir freuen uns auch über viele ökumenische Begegnungen“.
Der Ebersberger Bildhauer und Kunstschmiedemeister Matthias Larasser-Bergmeister hat den Altar entworfen und ausgeführt. Der Altar ist aus einem rund 130 Meter langen verzinkten Bronzestab gefertigt. Der Stab wurde um ein Modell gebogen, so dass eine gewickelte Optik entsteht. Gemeinsam mit der Altarplatte wiegt er rund 160 Kilogramm. „Der Stab ist ohne Anfang und ohne Ende. Die luftige Optik passt zur Formsprache der Jugendkirche“, so Diözesanjugendpfarrer Klaus Hofstetter. Auf die gleiche Weise wurde der Ambo gefertigt. Weitere besondere Elemente sind ein beleuchtbarer Flügelaltar, der aufgeklappt auch als Leinwand genutzt werden kann, sowie eine unter der Decke befestigte Lichtanlage. Der Weihegottesdienst wurde von dem Aachener Lichtkünstler Stefan Knor und Jugendlichen gestaltet. Wechselnde Farben sollten die Stimmung im Gottesdienst betonen.
„Wir haben uns für eine Jugendkirche eingesetzt, damit wir jungen Menschen einen Raum innerhalb der Kirche bieten können, in dem sie mit ihrer Lebensart, mit ihren Fragen und ihrer Jugendkultur, ihrer Musik und ihren Bildern vorkommen“, erklärt Diözesanjugendpfarrer und Kirchenrektor Klaus Hofstetter. „Bei allen technischen Möglichkeiten, die diese Kirche bietet, steht dennoch die sonntägliche Eucharistiefeier im Mittelpunkt“, so Hofstetter. Jeden Tag würden hunderte junge Menschen am kirchlichen Gelände in der Preysingstraße sein, die die Jugend- und Campuskirche nutzen können. Der 2008 begonnene Umbau, der von den Architekten BDA Manfred Drescher und Dieter Kubina geleitet wurde, begann zunächst mit der Turm und Fassadenrenovierung, es folgte die Innenrenovierung. Besonderes wichtig war dabei auch eine Verbesserung der Akustik. Der Grundstein zur Kirche wurde 1841 gelegt, 1843 wurde sie geweiht. In dieser Zeit bot sie vielen Gruppen eine Heimat, unter anderem auch den Religionspädagogikstundenten und
–stundentinnen.