Helau – Masken im Leben

Im Endspurt der fünften Jahreszeit, sind viele damit beschäftigt, wie verkleide ich mich? Wie gehe ich zum Faschingsball? Welche Maske passt zu mir?

Passt mehr das Engelchen oder doch besser der ausgeflippte Rocker zu mir? Oder gehen wir mit der Clique als Schneewittchen und die sieben Zwerge, oder als Fußballnationalmannschaft? – Alles Fragen die für die letzten fünf närrischen Tage eine gewisse Bedeutung haben können.

Aber wie sieht es am Aschermittwoch aus, wenn, wie es im Faschingslied „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ heißt wir unsere Masken wieder in den Schrank zurücklegen? Bin ich dann wirklich ohne Maske im Leben unterwegs? Oder trage ich dann wieder eine, aber die ist dann zumindest auf den ersten Blick unsichtbar.

Es gibt Situationen in meinem Leben, da gehe ich nicht ohne Masken auf meine Mitmenschen zu. Ich habe Bedenken, vielleicht sogar Angst mein „wahres“ Gesicht zu zeigen. Ohne Maske bin ich leichter verletzbar, werden negative Eigenschaften von mir sichtbar. Ich könnte sogar mein Gesicht vor den anderen verlieren.

Im Psalm 139 heißt es: „Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen.“ (Ps 139, 1 – 3)

Dieses Wissen, dass ich keine Maske vor Gott brauche, da er mich sowieso in- und auswendig kennt ist nichts, was mir Angst einflößt. Im Gegenteil, es hilft mir mein Leben leichter in den Griff zu bekommen.

Wenn ich schon vor Gott keine Maske brauche, dann kann ich sie auch vor meinen Mitmenschen ablegen. Das ständige maskieren vor anderen Menschen ist oft sehr anstrengend und kann einen mürbe machen. Mit dem Aschermittwoch beginnt für uns Christen die Fastenzeit, die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf Oster. Die Fastenzeit hilft uns, dass wir uns auf das wichtigste Fest der Christen innerlich gut vorbereiten können. Deshalb lade ich Dich ein, am Aschermittwoch nicht nur die Masken und Kostüme des Faschings in den Schrank zu räumen, sondern auch die „unsichtbaren“ Masken abzulegen und ganz offen und ehrlich auf die Mitmenschen zuzugehen. – Du wirst sehen wie befreiend und gut das tut.

So wünsche ich einen guten Faschingsendspurt und einen guten Start in die Fastenzeit!

Richard Greul, Jugendpfarrer an der Katholischen Jugendstelle Landshut