Undercover

Fasching als die Zeit, die Masken aufzusetzen und sich neu zu erfinden.

Michael Berger / pixelio.de

Kurz vor Sieben, in einer Stunde fängt der Ball an. Noch schnell die Faschingskiste vom Speicher geholt und verzweifelt darin gegraben. Das Motto an diesem Abend: „Helden meiner Kinderzeit“. Wer hat sich nur dieses Motto ausgedacht…Als was will ich gehen? Pipi Langstrumpf, Captain Sparrow oder doch Superman? Ich entscheide mich für Pipi und zieh mir meine Perücke auf. Ein Blick in den Spiegel, huch das bin ich?

Um drei Uhr bin ich wieder heil daheim angekommen. Erkannt haben mich einige erst auf den zweiten Blick oder sind achtlos an mir vorbei gelaufen. Spaß hat es trotzdem gemacht, sich unerkannt ins Getümmel zu stürzen.

Fasching als die Zeit, die Masken aufzusetzen und sich neu zu erfinden.

Wer bin ich und wer möchte ich sein?

Werde ich als der erkannt, der ich bin?

Zeige ich mein wahres Gesicht oder genieße ich die Show?  

Was habe ich hinter meiner Maske zu verbergen?

 

Im Psalm 139 heißt es sinngemäß:

„Gott- wie gut, dass es dich gibt,

Du schaust mich an und kennst mich genau.

Du siehst mich, wenn ich mich vor mir selbst verstecke,

um meine Ängste und meine Schuld zu verbergen.

Du siehst mich, wenn ich von großen Dingen träume

Und von dem Leben, das vor mir liegt.

Gott- wie gut, dass du mich siehst.

Bei dir kann ich so sein, wie ich bin,

denn du kennst mich durch und durch.“

(Schule Joachim, Masken, in Lübking Hans Martin (Hrsg.), Gott im Alltag: Kurzgeschichten, Düsseldorf,1996.)

 

Fasching als die Zeit „undercover“ unterwegs zu sein, in der Gewissheit, dass einer mich kennt, auch wenn ich das beste Faschingsoutfit trage.

 

Eine närrische Zeit wünscht aus Erding

Eva-Maria Stockheim, Jugendseelsorgerin