Kritisch nachgefragt bei dreimal „Grill den Weihbischof“

Datum: 28.06.2018

München, 28. Juni 2018 – Jugendliche in Freising, München und Rosenheim nutzten die Chance die Weihbischöfe der Erzdiözese München und Freising bei der Gesprächsreihe „Grill den Weihbischof“ intensiv zu befragen. Der BDKJ München und Freising hatte sie im Vorfeld der im Oktober in Rom stattfindenden Jugendsynode eingeladen persönlich nachzufragen und ihre Standpunkte zu verdeutlichen. „Wir freuen uns, dass bei allen drei sommerlichen Grillabenden viele interessierte Jugendliche dabei waren,

unglaublich viele Fragekarten ausgefüllt wurden und der direkte Kontakt zu den Weihbischöfen so stark gesucht wurde“, erklärt BDKJ-Diözesanvorsitzende Dr. Stephanie von Luttitz. Dabei wurden an allen drei Abenden aktuelle kirchenpolitische Fragen, wie die Kommunion in konfessionsverschiedenen Ehen oder die "Ehe für alle" ebenso gestellt, wie solche zum Priesteramt für Frauen, dem Zölibat, der Ökumene und dem Verhältnis der katholischen Jugendverbände zur Amtskirche. Persönliche Fragen zum Bischofsamt, der eigenen Firmung oder Kommunion, ob der Bischof selbst Ministrant gewesen sei, wie er am besten entspanne etc. lockerten die drei Gesprächsrunden auf.

Der gesamte Vorstand des BDKJ München und Freising – Monika Godfroy, Sebastian Appolt, Dr. Stephanie von Luttitz und Präses Richard Greul - der jeweilige BDKJ-Kreisvorstand und weitere Ehrenamtliche sorgten jeweils für den passenden Rahmen. Gestartet wurde mit einer Vesper in der Kirche, gefolgt vom gemeinsamen Grillen und einer abschließenden Diskussionsrunde.

Eineinhalb Stunden lang stellte sich Weihbischof Bernhard Haßlberger am Dienstag 19. Juni  in Freising den Fragen von rund 40 Jugendlichen und erklärte ihnen zu ihren Fragen mehrfach, dass er keine Patentrezepte habe und es oft keine einfachen Antworten gebe. Ihm sei klar, dass die Kirche bei vielen Themen tatsächlich wie ein großer, schwerfälliger Öltanker wirke, „dort dauern Richtungswechsel einfach länger, bleibt optimistisch“, so Weihbischof Haßlberger. Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) aus Mühldorf übergab dem Weihbischof einen Umschlag mit gesammelten Anliegen zur Jugendsynode, die Haßlberger versprach, weiter zu leiten. „Bleibt lebendig, mobil und kritisch“, rief er allen Jugendlichen abschließend zu.

Im Kirchlichen Zentrum München-Haidhausen waren am Mittwoch 20. Juni etwa 30 Interessierte zu „Grill den Weihbischof“ mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg gekommen. Tobias Hartmann und Annemarie Eckardt aus dem Stadt- und Regionalvorstand des BDKJ in der Region München e.V. stellten „heiße“ Fragen wie „Sind Ehrenamtliche oder Priester wichtiger?“ Weihbischof von Stolberg antwortet hier, wie auch bei den anderen Fragen ruhig, bedacht und fundiert, und sagte: „Ehrenamtliche und Priester sind nicht gleich, aber gleichwertig“. Ob Schwangerschaftsabbruch, Sexualkundeunterricht, Priesteramt der Frau, kirchlicher Wohnungsbau in München, mehr Demokratie in der Kirche – eine große Bandbreite an Themen interessierte. Zwischendurch lockerten persönliche Schilderungen, wie Weihbischof von Stolbergs erster Einsatz als Ministrant, die Gesprächsrunde auf.

Im Schüler- und Studentenzentrum in Rosenheim ging es den etwa 50 Teilnehmenden am Freitag 22. Juni darum, von Weihbischof Wolfgang Bischof etwas zu aktuellen Streitfragen, aber auch über ihn selbst zu erfahren. Das Publikum diskutierte ausgiebig mit und es wurde viel gemeinsam gelacht. Zu den jetzt ausprobierten neuen Leitungsformen für Gemeinden in der Erzdiözese wurde gefragt, ob die Kirche dadurch demokratischer würde. In der Dialogpraxis sei noch viel Luft nach oben, sagte Weihbischof Bischof dazu. Die Hausaufgabe, welche die Kirche noch hätte, wäre „die Beteiligung aller Getauften und Gefirmten an der Gesamtverantwortung der Kirche, nämlich von Gott und Jesus in dieser Welt zu sprechen“, fügte er an. „Jugend traut sich Fragen zu stellen, die sich andere nicht zu stellen trauen. Das tut Kirche gut – auch, wenn die Antworten der kirchlichen Vertreter nicht immer Begeisterung hervorrufen. Ihr bringt einen Drive in die Kirche, der notwendig ist!“