Uns schickt der Himmel

Vom Helfen und sich helfen lassen

Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Lachende Gesichter, helfende Hände, strahlende Augen. Ja, es kann Spaß machen sich nicht den Nachmittag am Computer zu vertreiben, sondern gemeinsam mit anderen sich die Finger schmutzig zu machen und zu helfen. Und ja Helfen kann ansteckend sein, wo vielleicht zu Beginn nur mühsam Helfer und Helferinnen zugesagt haben, da packen spontan doch mehr an als gedacht.

Doch was hat es eigentlich mit dem Helfen auf sich?

Wann helfe ich denn eigentlich?

Und vor allem wem helfe ich?

Klar fällt es leichter, der besten Freundin oder dem besten Freund zu helfen! Das versteht sich ja quasi von selbst. Aber helfe ich auch demjenigen, mit dem ich eigentlich gar nichts am Hut haben möchte, den Außenseitern, den Loosern?

Eine der beeindrucktesten Antworten auf diese Fragen bietet Jesus mit der Erzählung des barmherzigen Samaritas:

Es war einmal ein Mann.
Der Mann musste von einer Stadt in die andere reisen.
Das war ein langer Weg.
Der Mann war ganz allein.
Der Mann war zu Fuß.

Auf einmal kamen Räuber.
Die Räuber machten einen Überfall auf den Mann.
– Die Räuber schlugen den Mann halb tot.
– Sie klauten das Geld.
– Und rannten schnell weg.
Der Mann blieb schwer verletzt auf der Straße liegen.

Nach einiger Zeit kam ein Gesetzeslehrer vorbei.
Der Gesetzeslehrer sah den schwer verletzten Mann.
Aber der Gesetzeslehrer ging einfach weiter.

Nach einiger Zeit kam ein Priester vorbei.
Der Priester sah den schwer verletzten Mann auch.
Der Priester ging auch einfach weiter.

Dann kam ein Ausländer vorbei.
Der Ausländer kam aus Samaria.
Darum hieß der Mann Samariter.
Der Samariter sah den schwer verletzten Mann auf der Straße liegen.
Der Samariter hatte Mitleid.
– Der Samariter stieg schnell vom Pferd herunter.
– Und nahm sein Verbandszeug.
– Und verband alle Wunden.
Dann legte der Samariter den schwer verletzten Mann auf das Pferd.
Der Samariter brachte den schwer verletzten Mann in ein Gasthaus.
Der Samariter sagte zu dem Besitzer von dem Gasthaus:

Du sollst diesen schwer verletzten Mann gut pflegen.
Ich gebe dir Geld für Medikamente.
Und für Verbandszeug.
Ich muss erst weiter reisen.
Aber ich komme auf dem Rückweg wieder vorbei.
Dann kann ich dir noch mehr Geld geben.

(Bibel in leichter Sprache: https://www.evangelium-in-leichter-sprache.de/lesejahr-c-15-sonntag-im-jahreskreis)

Jesus zeigt auf, gerade denjenigen zu helfen, die eben nicht im ersten Moment im meinem Blickwinkel auftauchen.

Vielleicht entstehen gerade dann, wenn ich jemand spontan und unaufgeregt meine Hilfe anbiete, diese Momente mit der Überschrift: „Dich schickt der Himmel!“

 

Eva-Maria Widl

(Jugendseelsorgerin im Lk Erding)